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Kirche

Da ich der Gruppe der topologischen Muster angehöre, habe ich mich näher mit dem Begriff "Kirche" auseinandergesetzt.

 In dem Lied "1968" von R. Grebe lautet eine Passage:

Bei Problemen ging man nicht zum Therapeuten,
man ging in die Kirche oder gleich in die Kneipe.
 
In diesem Kontext (des Liedes) wird "Kirche" betrachtet.
 
Die Liedzeile sagt aus, dass damals mehr Leute in die Kirche gingen um ihre Probleme zu lösen, Lösungsansätze zu finden oder darüber zu reden. Meine Überlegung war, dass sich bestimmt auch Statistiken finden lassen, wieviele Kirchenmitglieder es damals gab und heute gibt, da davon auszugehen ist, dass sich eine Abwendung von der Kirche auch in Zahlen zeigen müsste.
 
Die erste Statistik
 
zeigt beispielweise für Wiesbaden, dass es 2005 viel mehr Menschen gibt, die keiner oder einer anderen Religion, als den hier aufgeführten, angehören. Auch die Anzahl der Katholiken und der Protestanten ist zurückgegangen.
Allerdings ist diese Statistik vorsichtig zu betrachten, da sie keinerlei Auskunft darüber enthält, inwieweit sich die Einwohnerzusammensetzung verändert hat. Leben 2005 im Gegensatz zu 1970 viele Muslime, Juden, Buddhisten, Hinduisten etc. in Wiesbaden, so kann man der Statistik nicht entnehmen, dass Leute aus der Kirche ausgetreten sind.
 
Daher bringt diese Statistik leider nicht die Antwort auf die Frage, ob nach 1968 wirklich Menschen aus der Kirche ausgetreten sind.
Ich benötige also eine Statistik die aussagekräftiger ist. Also habe ich mir überlegt, dass es sinnvoller wäre, eine Statistik zu betrachten, die nur die Kirchenanhänger in Deutschland zeigt.
 
Die Statistik zeigt, dass es nach 1968 einen Rückgang der Kirchenmitglieder gab. Danach gab es einen sprunghaften Anstieg. Allerdings wurden bis einschließlich 1989 nur die "alten Bundesländer" (also die damalige BRD) betrachtet. Dies heißt, dass nur die Zahlen bis 1992 für mich interessant sind, da es logisch ist, dass die Mitgliederzahl der Kirche steigt, wenn vier Bundesländer miteingerechnet werden.
Die Zahlen bis 1992 zeigen einen Rückgang der Kirchenmitglieder an. So kann ich also festhalten, dass es tatsächlich einige tausend Menschen gab, die in der Zeit nach 1968 aus der Kirche ausgetreten sind.
 
Wichtig ist allerdings festzuhalten, dass diese Zahlen keine Auskunft darüber geben, wie viele Leute tatsächlich Angebote der Kirche wie z.B. Gespräche, Beichten, Gottesdienste in Anspruch genommen haben. Es wird mit Sicherheit viele Menschen geben, die zwar Mitglieder der Kirche sind, aber keine dortigen Angebote wahrnehmen. Dies gilt natürlich sowohl vor als auch nach 1968.
 
 
Da ich bereits erwähnt habe, dass die bisherigen Statistiken keine Auskunft darüber geben, inwieweit Angebote der Kirche angenommen werden, hab ich beschlossen, nach einer Statistik zu suchen, die sich dieser Frage annimmt.
 
Wenn ich annehme, dass Gottesdienstbesuche stellvertretend für die Annahme von kirchlichen Angeboten gewertet werden können, so ist diese Statistik sehr aussagekräftig. 1950 bis 1965 waren die Gottesdienstbesuche relativ stabil. Seit 1970 ist allerdings ein stetiger und deutlicher Rückgang der Besucher zu verzeichnen.
 
Da die Statistik nur die Katholiken zeigt, habe ich noch eine Statistik herausgesucht, die zumindest die Zahlen der Gottesdienstbesucher an Sonn- und Feiertagen seit 2000 abbildet.
 
 
Auch bei dieser Statistik ist ein Rückgang ersichtlich, sodass man davon ausgehen kann, dass sowohl Katholiken als auch Protestanten verglichen werden können.
 
 
 
Die gezeigten Statistiken sprechen dafür, dass die Kirche vor 1968 tatsächlich einen hören Stellenwert hatte. Es gab mehr Mitglieder und auch mehr Menschen, die Angebote der Kirche wahrgenommen haben.
 
 

19.6.14 23:13

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